Street Art in Memmingen Ost. Eine Fahrradunterführung erblüht in leuchtenden Farben

Ein weiteres Mal kooperierte ein P-Seminar Kunst des Bernhard-Strigels-Gymnasiums mit dem Stadtteilbüro Memmingen-Ost. Nachdem das vorherige Seminar die Außenwände des Stadtteilbüros gestaltet hatte, vermittelte die Stadtteilmanagerin Frau Dibah-Lavorante diesmal die Fahrradunterführung durch die Münchner Straße Richtung Trunkelsberg zur farblichen Neugestaltung.

Ein Jahr Vorbereitung hatten die Schüler*innen des P-Seminars „Street Art“:

Orten und Bestandsaufnahme des neu zu gestaltenden Objekts, Fotografieren, Sammeln von Ideen, Skizzieren, Ausmessen, maßstabsgetreues Umrechnen, Verwerfen, Neudenken, Anpassen der Skizzen, Ausarbeiten der Entwürfe, Präsentieren vor den Verantwortlichen, Aufatmen und Durchatmen, Übertragen der Entwürfe auf große Pappen für die Schablonen, Ausschneiden …. 

Dann endlich kommt der große Tag: Besprayen der Wände vor Ort, bei eisiger Kälte aber Sonnenschein.

Nach zwei Tagen Arbeit hat sich die Fahrradunterführung verwandelt: drei Gruppen, drei Themen.

Die dreieckigen Ein- und Ausfahrtwände begrüßen und verabschieden die Durchquerenden mit großen Walt Disney Figuren von „Aladdin und die Wunderlampe“ aus der Märchensammlung 1001 Nacht.

Die langen Seitenwände überraschen mit farbenfrohen, jedoch kritischen Themen. Die eine Seite stellt eine Unterwasserwelt dar mit bunten Fischen, Quallen, Seeschildkröten und Unterwasserpflanzen. Jedes dieser Tiere steht für seine Einzigartigkeit – auch im übertragenen Sinn. Im Vordergrund befinden sich drei küssende Paare mit Maske. Bei den im Profil dargestellten Personen ist die Geschlechtszugehörigkeit nicht eindeutig zu erkennen. Die Schüler*innen wollen zeigen, dass gleichgeschlechtliche Liebe zu unserer Gesellschaft gehört.

Die gegenüberliegende Seitenwand hat das Thema „Krieg und Frieden“. Wir sollten uns bewusst sein, in der längsten ununterbrochenen Friedensperiode zu leben. Ein Umstand, der bei allem Unmut, Unstimmigkeiten und Einschränkungen wegen der Coronapandemie doch leicht in Vergessenheit geraten kann. Aus diesem Grund stellen die Schüer*innen die griechischen Götter des Friedens, Eirene, und des Kriegs, Ares, gegenüber. Diese zwei Gegenpole verstärken sie auch farblich mit einem Warm-Kalt-Kontrast. Dazwischen stellen sie einen Bezug zu Europa und dem augenblicklich alles beherrschenden Coronavirus her. Besonders gut gefällt ihnen dabei das Zitat Ciceros „dum spiro, spero“, was so viel wie „solange ich atme, hoffe ich“ heißt. Dies ist ein Vorsatz, den wir uns in der Pandemie noch oft ins Gedächtnis rufen sollten. (R.Engelmann & P-Seminar „Street Art“)