Begabungsstützpunkt besucht das größte Experiment der Welt

Der ATLAS-Detektor am CERN, dem Europäischen Forschungszentrum für Teilchenphysik in Genf, ist so groß wie eine Kathedrale und befindet sich fast 100 Meter unter der Erde. Wenn die Beschleuniger am CERN laufen, kollidieren im ATLAS-Detektor jede Sekunde 40 Millionen Mal Wasserstoffkerne, die zuvor nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wurden. Aus der Kollisionsenergie entstehen neue Teilchen, die am CERN erforscht werden.

Zurzeit stehen die Beschleuniger am CERN still. Die riesigen Teilchendetektoren werden gewartet und neu entwickelte Komponenten werden eingebaut. Diese seltene Gelegenheit, in die Tiefe zu fahren und das größte Physik-Experiment der Welt aus der Nähe zu betrachten, nutzten Schülerinnen und Schüler des Kurses „Unser Universum“ am Begabungsstützpunkt Memmingen und des gleichnamigen W-Seminars am Bernhard-Strigel-Gymnasium.

Neben dem „Underground Visit“ bei ATLAS und spannenden Vorträgen zur Physik am CERN standen weitere interessante Stationen auf unserem Programm:

Am COMPASS-Experiment erforschen Physiker die innerste Struktur der Bausteine von Atomkernen. Dazu wird ein auf 0,06 Grad über dem absoluten Nullpunkt der Temperatur abgekühltes Wasserstofftarget mit energiereichen Teilchen beschossen. Beim Target des COMPASS-Experiments handelt es sich vermutlich um den kältesten ausgedehnten Ort des Universums.

Unsere CERN-Tour führte uns weiter zum CERN Kontrollzentrum, wo Tag und Nacht die Beschleuniger des CERN überwacht werden, und zu AMS, einem Experiment, das auf der Internationalen Raumstation ISS nach Antimaterie aus dem Weltall sucht.

Nach zwei Tagen am CERN und einer Übernachtung im CERN-Gästehaus auf dem Forschungsgelände kehrten die Schülerinnen und Schüler mit einem reichen Schatz an Eindrücken zurück nach Memmingen