Endlich wieder ein Beobachtungsabend mit dem Schulteleskop!

Zu den schönsten Erlebnissen für junge Astronomen gehört ein Beobachtungsabend mit dem Schulteleskop. Die 12 Schülerinnen und Schüler des W-Seminars „Exoplaneten und die Suche nach Leben im Weltall“ mussten pandemiebedingt lange darauf warten, eine gemeinsame Nacht unter freiem Himmel zu verbringen und in die Sterne zu schauen.

Am letzten Unterrichtstermin in diesem Schuljahr war es dann aber so weit:

Kurz nach Sonnenuntergang fand sich das W-Seminar vollzählig in Ottobeuren ein, um gemeinsam zu unserem Beobachtungsplatz zu fahren und das Schulteleskop aufzubauen.

Wir beobachteten den Mond und konnten durch das Teleskop einige schöne Meteoritenkrater praktisch im „Tiefflug“ bestaunen.

Auch die Planeten Jupiter und Saturn zeigten sich an diesem Abend. Durch das Teleskop konnten wir Wolkenbänder auf Jupiter und die Galileischen Monde gut erkennen. Auch das berühmte Ringsystem des Saturn war deutlich zu sehen.

Der Abend hatte aber noch mehr zu bieten als Mond und Planeten:

Zehn Minuten lang durften wir die Internationale Raumstation ISS im Vorbeiflug beobachten. Sie reflektiert das Licht der hinter der Erde stehend en Sonne und wandert deshalb als hell leuchtender „Stern“ von West nach Ost über den Nachthimmel.

Der eindrucksvolle Höhepunkt des Abends war es schließlich, mitzuerleben, wie der Laserstrahl, den die ESO (European Southern Observatory) an diesem Abend an der Allgäuer Volkssternwarte in Ottobeuren testete, über den Nachthimmel wanderte. Am Hauptspiegel des großen Teleskops der Sternwarte wurde ein starker Laserstrahl in der orange-gelben Farbe der Natrium-Linie reflektiert und erzeugte in 90 km Höhe einen künstlichen „Leitstern“. Dieser Leitstern dient Großteleskopen als Referenzstern zur Kompensation von Effekten der Erdatmosphäre, die die Beobachtung stören. Der an der Ottobeurer Volkssternwarte getestete Laser soll später am VLT, dem größten erdgebundenen Teleskop, das die ESO in Chile betreibt, zum Einsatz kommen.

Text und Bilder: Andreas Kellerer